1945, während der Parade zum Kriegsende des Zweiten Weltkriegs in New York, zieht der Marinesoldat ein Mädchen in seine Arme und küsst es. Ein Mann schreitet, tief in seinen Mantel eingezogen und mit einer Zigarette im Mundwinkel, über eine regennasse Straße: James Dean auf dem Times Square. Diese sowie zahlreiche andere Bilder haben sich zu Ikonen entwickelt. Sie teilen eine Gemeinsamkeit: Es handelt sich um Schwarz-Weiß-Fotografien von eindrucksvollem Stil. Und sie können auch mit Digitalkameras und Smartphones erstellt werden. Hier gibt es Tricks und Informationen.
Schwarz-Weiß-Bild = Foto ohne Farbe?
Mit einem simplen Trick kannst du herausfinden, was ein Schwarz-Weiß-Foto ist und was nicht: Öffne ein beliebiges digitales Farbfoto in Photoshop oder einem ähnlichen Bildbearbeitungsprogramm. Gehe im Menü „Bild“ auf „Modus“ und wähle dort „Graustufen“ aus. So verblassen die Farben des Fotos – doch das Resultat ist langweilig: Obwohl alles Bunte in Grautöne umgewandelt wurde, entfalten diese oft keine besondere Wirkung.
Die Einsicht: Monochrome Fotos (Schwarz-Weiß-Fotos) sind mehr als nur farblose Bilder. Früher wurden sie auf speziellen Filmen abgebildet, die durch ihre Struktur und Körnung klarere Grautöne und Kontraste ermöglichten. Auch Lichteinfall und Kontraste sind bei Grauflächen von größerer Bedeutung als bei Farbbildern, da sie zur Strukturierung und stärkeren Differenzierung der Grauflächen beitragen.
Schwarz-Weiß fotografieren: In Grautönen denken
Nicht jede Farbe entfaltet auf einem Schwarz-Weiß-Foto eine gute Wirkung. Um in deinem Schwarz-Weiß-Bild schöne Effekte zu erzielen, ist es wichtig, mit Grautönen zu arbeiten. Ein einfaches Beispiel: Eine pink-violett-grün gestreifte Markise erzeugt ein beeindruckendes Farbspiel, aber in Schwarz-Weiß wirkt es langweilig – das Foto zeigt nur graue Streifen ohne besondere Wirkung.
Um zu lernen, wie du in Schwarz-Weiß denkst und wahrnimmst, solltest du deinen Monitor auf Schwarz-Weiß-Wiedergabe einstellen und dir vorhandene Farbbilder ansehen – so entwickelst du nach und nach ein Gefühl für das Verhältnis von Farbe zu Grautönen. Die Farbigkeit eines Motivs kann einen oft dazu verleiten, abzudrucken; nun aber gilt es, die Wirkung der Grautöne und ihres Kontrasts zu beurteilen.
Man kann es ausprobieren, indem man eine Farbkarte verwendet, wie sie von Autolacken bekannt ist. In der Schwarz-Weiß-Fotografie wirken einige Farbtöne unauffällig und eintönig. Je mehr du dich damit auseinandersetzt, desto besser entwickelst du ein Gespür dafür, welche farbigen Motive für die Fotografie in Schwarz-Weiß geeignet sind, beispielsweise bei der Aufnahme eines Stilllebens.
Motive und Effekte
Wenn man ikonografische Schwarz-Weiß-Fotos betrachtet, wird schnell deutlich: Einige Motive kommen in monochromen Bildern besonders gut zur Geltung. Es handelt sich dabei vor allem um Landschaftsfotografien, daneben auch um Architektur und Porträts.
Im verschneiten Winter oder bei Nebel kannst du sehr gut die Schwarz-Weiß-Technik verwenden. Selbst Fotos von Wasserfällen oder vom Nachthimmel können in einer einzigen Farbe großartig wirken.
Um Farbe in ihre Schwarz-Weiß-Fotografien zu bringen, betonen zeitgenössische Künstler:innen gelegentlich bestimmte Aspekte eines Bildes. Man nennt diesen Effekt Color Splash. Bei manchen Kompaktkameras kann man wählen, dass nur das gewünschte Element farbig dargestellt wird, während der Rest des Bildes in Graustufen erscheint.
Tipp: Im Bildbearbeitungsprogramm das gewünschte Objekt farbig belassen und aus dem Rest des Bildes die Farben entfernen. So behältst du beide Versionen.
Technische Wege zum Schwarz-Weiß-Bild
Für die Schwarz-Weiß-Fotografie geeignete Geräte haben eine Software, die dafür ausgelegt ist. Auch wenn Smartphones eine Schwarz-Weiß-Funktion als Zusatzoption bieten, sind sie nicht darauf ausgelegt, hochdifferenzierte Grautöne und entsprechende Kontraste darzustellen. Dafür brauchst du Apps mit speziellen Filtern. Sie bieten dir eine hohe Qualität in Schwarz-Weiß.
Zum Fotografieren von Schwarz-Weiß-Bildern sind digitale Spiegelreflex- und Systemkameras besser geeignet. Für die meisten Geräte kannst du als ersten Schritt das Display auf Schwarz-Weiß umschalten, was beim elektronischen Sucher der spiegellosen Systemkamera besonders leicht ist. So kannst du auf einen Blick feststellen, ob deine Einschätzung der Grauton-Qualität eines farbigen Motivs angemessen war.
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